Montag, 7. Juli 2014

Alles Liebe, kleines Mädchen!

Heute ist es soweit - unsere Kleinste wird 4. 
4! 
Schon vier!


Das letzte Jahr war das bedeutendste, wie ich finde. 
Sie hat ihren ganz deutlich, eigenen Charakter entwickelt, der ganz anders ist als der der Großen. Sie ist sehr ehrgeizig und willensstark, laut und schnell und emotional. Wenn man sie anschaut, mit ihren großen braunen Augen, dann denkt man oftmals einfach nur "Oh man, was bist du süß!".
Zwischen ihrem 3. und 4. Lebensjahr hat sie eine richtige Haarpracht bekommen, auf die sie sehr stolz ist. Sie mag Hüte und Schuhe unheimlich gern. Überhaupt alles, was mit An- und Auskleiden zu tun hat. Mehrmals täglich wechselt sie ihre Kleidung und entsprechend sieht auch ihr Kleiderschrank aus ;)
Sie kleckert und matscht für ihr Leben gern, steckt in jeden (Trink)becher immer noch am liebsten die ganze Hand oder auch den Inhalt ihres Tellers abwechselnd.
Sie schläft nach wie vor im Familienbett und ist sehr nähebedürftig, kuschelt viel und kompensiert dadurch auch oftmals ihre Wut. 


Ihre Lieblingsteiere sind die Schnecken. In allen Formen. Bänderschnecken, Weinbergschnecken, Nacktschnecken. Alle fasst sie an, schleppt sie liebevoll herum, verteidigt sie gegen übereifrige Gärtner und möchte sie allesamt mit nach Hause nehmen "weil die doch sonst so allein sind, Mama!" Letztens hatte sie richtig zähen Schneckenschleim an den Fingern, der ewig nicht abging, aber sie störte sich nicht daran.

Und so war natürlich klar, dass es zum Geburtstag auch ein paar Lieblingstiere geben musste: Eine Tilda-Schnecken-Familie zum Kuscheln und Spielen und auch ein Schneckenoutfit zum Anziehen. Alle Schnecken haben ein Schneckenhaus aus Didymos-Tragetuchreststückchen bekommen, da die Struktur als auch das Muster prima dazu passte.



Auf die Frage, welchen Kuchen sie sich zu ihrem 4. Geburtstag wünschte, sagte die Kleine: "Ein Lebkuchenhaus mit vielen Leckereien". Und ich dachte "Warum eigentlich nicht", ohne zu Wissen, wie viel Arbeit in einem selbst gemachten Lebkuchenhaus steckt.
Ich ging nach dieser Anleitung vor und buk 5 Bleche Lebkuchen. Eine Vorlage hatte ich nicht, sondern schnitt alle Teile vor dem Backen mit dem Messer zu. 
Die Mädchen hatten dann großen Spaß beim Verzieren des Hauses und allen dafür hat sich die ganze Arbeit mehr als gelohnt :) 




Weil dieses Haus heute jedoch bestimmt von den Geburtstagsgästen aufgefuttert wird, habe ich noch etwas mit längerer Haltbarkeit gefilzt: Hänsel, Gretel und die Hexe, mit denen man auch richtig spielen darf, da sie stabil nassgefilzt sind. Dazu passend gibt es eine zweiseitige Spiellandschaft, um das Märchen (und allerlei anderes) nachspielen zu können.
Über den Grimmschen Regenbogen gelegt hat man ein prima Hexenhäuschen :) Mit dem gefährlichen Feuer links und dem rettenden Wasser rechts.






Ein zweites Geburtstagsoutfit habe ich dann auch noch genäht. Aus dem wunderschönen Lillestoff Hänsel und Gretel und einem Shirt mit Lebkuchenmann-Applikation.

Ich hoffe sehr, dass die Augen morgen (heute) früh strahlen werden und die Kleine einen wunderbaren 4. Geburtstag haben wird.
Wir lieben sie sehr, unsere stürmische Kleinste <3
Happy Birthday!



Dienstag, 17. Juni 2014

Vom "Über sich hinaus wachsen"

Die Große hat in den letzten Wochen einen Schwimmkurs besucht. Wir sind zwei mal in der Woche hingegangen und ich habe viele weinende Kinder gesehen. Ich habe oft gezweifelt ob es gut ist, was wir da machen, aber die Große wollte unbedingt schwimmen lernen. Unbedingt!

Die Große wird in wenigen Wochen sieben. Sie hat gerade lesen, schreiben und rechnen gelernt, geht gern zur Schule und hat viele neue Freunde gefunden. Sie ist so ein glückliches und ausgeglichenes Mädchen geworden. Sie schimpft mitunter und motzt rum, ist entnervt und findet fast alles absolut "ungerecht". Z.B. die Größe der Erdbeeren in ihrem Schälchen, oder die Länge der Gute-Nacht-Geschichte, die Anzahl ihrer Röcke im Schrank oder die Farbe ihrer neuen Schuhe.
Sie hat letztens bei einer Freundin übernachtet und räumt immer mal wieder ihr kleines Zimmer um.

Und sie hat diesen Schwimmkurs gemacht.
Jeden Dienstag und Donnerstag ist sie mit mir, ihrer kleinen Schwester und zittrigen Beinen zur Schwimmhalle gegangen, hatte Angst und hat nicht selten vorher geweint. Ich habe ihr immer wieder gesagt, dass das "nur" ein Schwimmkurs ist, dass sie da nicht hingehen muss, dass es ganz egal ist, ob wir Geld dafür bezahlt haben, aber dass sie ihn nicht machen muss wenn sie Angst hat. Dass sie nächstes oder übernächstes Jahr noch schwimmen lernen kann. Auch ohne Kurs. Dass sie nichts machen muss, wovor sie Angst hat.

Und an jedem Schwimmkurstag sagte sie, dass sie noch dieses eine Mal hingeht und es dann sein lässt.
Aber sie hat es doch immer wieder versucht und sich überwunden. Sie ist an diesem Beckenrand so über sich hinausgewachsen, dass ich es selbst manchmal nicht fassen konnte.
Noch vor einem Jahr wäre das undenkbar gewesen. Sie wäre nie im Leben allein mit dem Schwimmlehrer mitgegangen oder ins Wasser gesprungen. Sie hätte wie einige andere Kinder des Kurses weinend neben den schwimmenden Kindern gestanden und wäre so enttäuscht von sich selbst gewesen.

Von den ursprünglich 16 angemeldeten Kindern sind jetzt noch 10 übrig. Viele hatten und haben Angst, viele Kinder weinten während des Schwimmens und weinen immer noch. Und es bricht mir fast das Herz wenn ich das sehe. Dann denke ich an die Große, wie sie bei jeder Kindergartenaufführung weinte vor Aufregung und schließlich doch nicht mitmachte. Wie traurig sie deshalb immer war. Wie gern sie es doch gemacht hätte wie die anderen Kinder.
Aber diesmal wollte sie es unbedingt. Sie wollte es schaffen. Sie wollte diesen Kurs unbedingt machen. Jedes mal war sie so stolz und glücklich wenn sie wieder eine Stunde geschafft hatte.
Wahnsinn.



Heute nun war die Prüfung. Als ich sie aus der Schule holte fragte sie immer wieder "Glaubst du, dass ich es schaffe, Mama?" Und ich sagte "Ich glaube ganz fest an dich!"
Vor der Schwimmhalle weinte sie wieder. Vor Aufregung. Vor Angst es nicht zu schaffen. Und ich versicherte ihr immer wieder, dass es egal ist wie der Kurs ausgeht, weil sie nämlich diesen ganzen Kurs gemacht hat und schwimmen kann. Egal ob nun 15 oder die erforderlichen 25 Meter.

Und was soll ich sagen: Sie hat es geschafft!
Sie ist über sich hinausgewachsen!
Ihr hättet ihre leuchtenden Augen sehen sollen (und mich, wie ich geheult habe vor Rührung als mein Kind, MEIN KIND, nach 25 Metern nonstop schwimmen die Beckenleiter erreicht hat!) und wie stolz sie auf sich war.

Hach, ich könnte schon wieder weinen. *seufz* Mein großes Mädchen!



Mittwoch, 4. Juni 2014

Nach dem Unkraut ist vor dem Unkraut - Im Garten von Halitha #2

Im letzten Jahr, kurz vor der Einschulung unserer Großen, kauften wir uns einen Garten. Ihr erinnert euch bestimmt noch an all die wunderschönen Wimpel, die dann schließlich unseren Garten schmückten!
Wir übernahmen den Garten von einer Familie, die seit Jahren keine Zeit mehr für diesen Garten hatte. Überall wucherten die Pflanzen, Beete konnte man nur noch erahnen, die Hütte fiel fast auseinander - aber wir haben ihn gesehen und wussten, dass wir genau diesen Garten haben wollten. Mein Mann und auch ich sind im Grünen und mit großer Verbundenheit zur Natur aufgewachsen. Und wenn man dann in einer kleinen Stadtwohnung lebt, ist man nicht selten dem Wahnsinn nahe.
Hier kommt daher jetzt die Serie zu unserem Garten und der unendlichen Geschichte des Unkrauts Wildkrauts, von glücklichen Kindern und erschöpften, aber zufriedenen Eltern.


Heute geht es weiter mit den ersten Veränderungen, die wir letztes Jahr trafen: Und zwar jene für die Kinder.
Bevor wir uns überhaupt ans Umgraben der Beete und Sanieren der Hütte machten, stellten wir einen Sandkasten und die Kinderküche auf, die Herr Halitha vor 5 Jahren aus Holz baute. Beides beizten wir mit wetterbeständiger Holzlasur und dann gab es kein Halten mehr. Aus Sand, Blüten, Blättern, Gras und Regenwasser kann man köstliche Menüs herstellen (und sich natürlich auch großartig panieren ;) )!
In einem Garten gibt es bekanntermaßen immer etws zu entdecken und Langeweile kommt nur selten auf, egal bei welchem Wetter.














In einer anderen Ecke des Gartens, unter der Haselnuss (die immer wieder gern von der Großen erklettert wird) stand (oder steht immernoch) ein altes Schaukelgestell, das Herr Halitha kurzerhand erweitert hat. Man muss dazu sagen, dass wir kaum etwas planen. Meistens entsteht das alles aus einer fixen Idee heraus. Wir sind uns da sehr ähnlich: Einer von uns hat eine Idee, die er am liebsten sofort umgesetzt haben möchte und eigentlich können wir dann auch immer den anderen begeistern. Dafür liebe ich meinen Mann ganz besonders <3
In diesem Frühjahr haben wir dann noch eine Pavillon-Seitenwand vor die Schaukeln gestellt und ein paar rankende Pflanzen davor ausgesäht, die hoffentlich ganz schnell nach oben wachsen - denn jedes Kind sollte die Möglichkeit haben auch unbeobachtet spielen zu dürfen!

Jetzt stehen also zwei Schaukeln im Garten. Wobei wir auch glatt drei gebrauchen könnten ;) 







Donnerstag, 29. Mai 2014

Nach dem Unkraut ist vor dem Unkraut - Im Garten von Halitha #1

Im letzten Jahr, kurz vor der Einschulung unserer Großen, kauften wir uns einen Garten. Ihr erinnert euch bestimmt noch an all die wunderschönen Wimpel, die dann schließlich unseren Garten schmückten!
Wir übernahmen den Garten von einer Familie, die seit Jahren keine Zeit mehr für diesen Garten hatte. Überall wucherten die Pflanzen, Beete konnte man nur noch erahnen, die Hütte fiel fast auseinander - aber wir haben ihn gesehen und wussten, dass wir genau diesen Garten haben wollten. Mein Mann und auch ich sind im Grünen und mit großer Verbundenheit zur Natur aufgewachsen. Und wenn man dann in einer kleinen Stadtwohnung lebt, ist man nicht selten dem Wahnsinn nahe.
Hier kommt daher jetzt die Serie zu unserem Garten und der unendlichen Geschichte des Unkrauts Wildkrauts, von glücklichen Kindern und erschöpften, aber zufriedenen Eltern.

So sah er aus, als wir uns in den Garten verliebten. Man muss ja dazu sagen, dass auch Wildkräuter, die man nicht willentlich gepflanzt hat, in den schönsten Farben blühen und man erst nach der Blüte erkennt, welche Arbeit vor einem liegt.
Aber wir haben es bisher nicht einen Tag bereut. Denn wir durften Himbeere und Erdbeeren, Möhren, Kartoffeln, Zucchinis und noch viel mehr ernten, bestaunten den (zum gärtnern sehr nützlichen, von den Kindern "gepflanzten"!) Gießkannenbaum und unzählbar viele Schnecken.




Diese (und mehr) Mengen Wildkraut brachten wir täglich zum Kompost.




Unser ganz persönliches, kleines, arbeitsaufwändiges Idyll hat sich inzwischen schon ziemlich verändert. 
Wie, zeige ich euch in den nächsten Wochen, Monaten und auch vermutlich Jahren (wenn man mal realistisch ist ;) ). Denn nach dem Unkraut Wildkraut ist vor dem Unkraut Wildkraut. 

Dienstag, 27. Mai 2014

Mai 2014

Irgendwie fehlen mir im Moment die Ideen für Posts. Vielleicht kennt ihr das? Man hat so viel zu tun und erlebt so viel, aber was davon packt man in einen Blogbeitrag? Wahrscheinlich werde ich in der nächsten Zeit einfach ein bißchen aus unserem Alltag erzählen - auch wegen der schönen Erinnerungen.

Wie auch immer: Gestern haben wir gemeinsam Blumen gefilzt. Die Kinder lieben es (nass) zu filzen und ich kann sie leider oftmals nicht an meinen Aufträgen mithelfen lassen - deshalb möchte ich unbedingt mehr gemeinsame Filz-Zeit einplanen...
Bevor wir die Große aus der Schule holten, schnitten wir aus einem Rest Bodenbelag Kreise in verschiedenen Größen aus (schon allein diese Kreise sind ein großartiges Spielzeug ;) ) und bereiteten alles vor. Da ich nur eine Automatte habe, benutzte ich außerdem mit Luftpolsterfolie ausgelegte Brettchen mit hohem Rand. Eine gute Alternative! Und dann legten wir los. Selbst die Kleine (die bald 4 wird) konnte allen erklärten Schritten gut folgen und kam mir nur wenig Hilfe zu einem wunderbaren Ergebnis.





Anschließend haben wir noch einen kleinen Ausflug gemacht und als ich so hinter den Mädchen herlief, habe ich mal wieder fest gestellt wie groß sie geworden sind. Wann ist das eigentlich passiert?
Das obere Bild ist vom Frühjahr 2011, das untere von gestern, Frühsommer 2014.



 Ich mag meinen Alltag wirklich gern.
Ich bin so glücklich, dass ich meine Kinder auf ihrem Weg begleiten darf, egal ob er lustig, anstrengend, steinig, holprig, manchmal zu schnell und oft nicht immer leicht, aber immer unheimlich spannend ist!
Und als Dankeschön bekomme ich fast jeden Tag einen dieser typischen Kindersträuße mit Blumen, die wohl kein Erwachsener sammeln und in eine Vase stellen würde - außer er kommt von einem stolzen Kind.
<3 


 Ach - und bevor ich es vergesse: Auf Facebook läuft schon seit einer Weile meine Verlosung. Wenn ihr mögt, schaut mal vorbei :)